Archive for September 19th, 2009

Wichtige Erläuterungen

Samstag, September 19th, 2009

Hallo an alle fleißigen Helferinnen,

da es in letzter Zeit zu einigen Verwirrungen kam, möchten wir heute noch einige grundlegende Dinge erläutern.

  • 1. Applikationen

Applikationen dienen als Erinnerungsstück für die Eltern. Der Sinn darin ist der, dass etwas als Gegenstück dessen, was das Kind trägt, von den Eltern mit nach Haus genommen werden kann.

Am einfachsten ist es, wenn man aus derselben Wolle oder demselben Stoff etwas fertigt und beilegt ODER aber das Kleidungsstück mit einer Applikation der Wahl verziert und eine weitere gegengleiche beilegt, so wie es hier zu sehen ist.

erinnerung31.jpg

Hier oben ist einfach aus demselben Stoff ein Herz genäht worden.

Hier unten ist die Applikation, die das Schlafsäckchen schmückt, noch einmal beigelegt worden.

erinnergen11.jpg

Am einfachsten ist es in diesem Zusammenhang, das Erinnerungsstück direkt mit einem Schildchen zu versehen und lose am Kleid anzubringen.

Ganz wichtig ist:

Die Kleidung MUSS NICHT wie oben gezeigt bearbeitet werden! 

Wir sind auch für jedes Kleidungsstück OHNE Erinnerungsstück dankbar!

Allerdings müssen diese von uns nachgerüstet werden. Hierfür wurden uns in den letzten Wochen viele Sachen von euch geschickt, meist selbst gestrickt oder gehäkelt.

Diese Applikationen haben sich für uns nach einiger Zeit als nicht gut geeignet erwiesen, da die Unterschiede in Stoffbeschaffenheit, Farbe und Größe oft zu unterschiedlich sind.

Ich möchte euch hier einige Beispiele zeigen.

Hier habe ich beispielsweise einen gelben Fleecestoff. Nun versuche ich also unter gehäkelten Applikationen etwas passendes zu finden. Die obere Blume passt einigermaßen von der Farbe, aber vom Material her sieht beides einfach nicht richtig passend aus. Es wird deutlich, dass hier „nachgearbeitet“ wurde – und es fühlt sich auch total unterschiedlich an.

bunteblumenmitgelb.jpg

Also versuche ich es mit einem Schmetterling. Leider habe ich nur noch wenige gehäkelte und der hier passt farblich gar nicht und auch er sieht „nachgearbeitet“ aus – selbst wenn man von der Farbe absieht. Das liegt natürlich vor allem an den 2 vollkommen unterschiedlichen Materialien.

rosashcmettimitgelb.jpg

Also nehme ich stattdessen einen Schmetterling aus Filz … und schon sieht das ganze runder aus.

schmettimitgelb.jpg

Ein weiteres Beispiel anhand eines bunt gemusterten Stofftuches. Der gehäkelte Schmetti passt farblich, aber die Wolle fühlt sich als Applikation auf dem etwas raueren Stoff sehr komisch an.

schmettmitgelb.jpg

Mit einem Filzpferdchen wirkt das ganze gleich sehr viel stimmiger.

hottepferdmitgelb.jpg

Es geht einfach darum, dass die Kleider so wenig wie möglich „nachgearbeitet“ wirken sollen. Das Kleidungsstück und das Erinnerungsstück sollen sozusagen „homogen“ sein, eine Einheit bilden, in sich stimmig sein. Denn nur dann ist der eigentliche „Zweck“ des Erinnerungsstückes – dass es ein TEIL des Kleides ist, welches das Sternenkindchen auf seinem letzten Weg trägt – vollständig gegeben.

Wenn es „nachgelegt“ ausschaut, könnte man eigentlich grundlegend auch 2 Püppchen oder Tierchen beilegen, was aber bei weitem nicht so wertvoll ist wie die eigentlichen Erinnerungsstücke.

Das stetige Suchen nach richtiger Materialbeschaffenheit, Farbe und Form ist für uns zu zeitaufwendig geworden. Wir müssen teilweise 50-60% einer Kiste nachrüsten. Mit Filz, Kunststoff und Co. geht dies sehr viel schneller, da wir hier nur auf die Größe und Farbe achten müssen.

Darum sind wir dankbar für Spenden dieser Art.

  • 2. Materialbeschaffenheit

Vor einigen Tagen machte man uns darauf aufmerksam, dass unter Umständen Plastikfolien bzw. ähnliche Elemente in die Stücke eingearbeitet werden könnten, um die Kleidung etwas weniger empfindlich gegenüber Verschmutzung usw. zu machen.

Wir möchten hier noch einmal betonen, dass eine Einarbeitung von Plastik in die Kleidung, egal ob als Futter oder Zwischenlage NICHT erwünscht ist.

Dies hat mit bestattungsrechtlichen, aber auch optischen Gründen zu tun (wer würde schon gerne sein Kind in Teil-Plastik hüllen?). Für o.g. Problem der Verschmutzung werden wir andere Lösungen in den Kliniken VOR ORT anstreben.

Also bitte die Kleidung weiterhin nur mit Textilien arbeiten!

  • 3. Gehäkelte Mützen 

Die gehäkelten Mützen sind oftmals ein wenig zu „kurz“, so dass sie die Köpfe der Kinder u.U. nicht komplett bedecken. Hier vielleicht einfach unten noch ein paar Runden mehr häkeln, dann passt es wieder.

  • 4. Pucksäcke

In den letzten Wochen haben uns hier wieder ein paar Pucksäcke erreicht. Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass die Pucksäcke EINZELN nur begrenzt verwendet werden können.

Also bitte Pucksäcke nur noch gemeinsam mit einem Oberteil arbeiten (also als Set!) !
Bitte achtet auch darauf, dass die Pucksäcke sehr gut zu öffnen sein müssen. Am besten an einer Seite durch Schnüre verschließbar machen statt zuzunähen oder -stricken.

  • 5. Sets

Uns erreichen zum Teil Sets, die zu klein sind, um verwendet werden zu können. Die Kinder sind in den frühen Stadien einfach zu klein und zu zerbrechlich, haben zu dünne Arme und Beine, um diese durch Ärmel oder Beine „fädeln“ zu können.

Also bitte achtet darauf, die Sets bevorzugt in Gr 3 zu arbeiten. Wenn ihr in Gr 2 arbeitet, dann beachtet bitte, dass min. die Maße von SSW 23 erreicht werden sollten.

Alle erforderlichen Maße findet ihr unter „Bedarf und Größen“ auf der Hauptseite der Klinikaktion.

Bitte achtet ganz allgemein darauf, bei den Sets immer alles sehr gut dehnbar zu arbeiten, Nähte ggf. nur zum Teil zu schließen und flexible Materialien zu verwenden.

  • 6. Mindestgröße in Länge der Kleidung

Bitte beachtet, dass ALLE Kleidungsstücke in Gr 1 eine Mindestlänge von 14cm haben sollten! Alles andere ist einfach zu winzig, auch wenn die Babys vorher noch etwas kleiner sind – man braucht hier etwas Spielraum von min. 2-3cm!

  • 7. Erreichbarkeit und Ehrenamt

Dann noch zu guter letzt möchten wir noch etwas privateres anmerken. Und zwar haben viele von euch in letzter Zeit bemerkt, dass wir manchmal lange brauchen, um auf E-Mails zu reagieren oder sogar gar keine Antwort geben. Ebenso dauert es manchmal etwas länger, bis wir Fotos einstellen und auf die Ankunft mancher Pakete bleibt die ein oder andere Reaktion aus.

Wir möchten euch noch einmal bitten, uns dies nachzusehen!

Die Klinikaktion wird von uns allen als reines Ehrenamt betrieben. Sie nimmt inzwischen je nach „Aufwand“ den Zeitaufwand eines 20-30 Wochenstunden-Jobs ein. „Nebenbei“ läuft aber auch noch unser normales Privatleben, Familie, Beruf, Alltag, Ausbildung usw.

Neben der Kommunikation mit unseren Helferinnen sind „hinter den Kulissen“ wahnsinnig viele Dinge zu tun, viel rechtliches und bürokratisches auf die Beine zu stellen, Verwaltung und Organisation und natürlich das Zusammenstellen und Versenden der Klinikboxen sowie die ständige Betreuung unserer Vor-Ort-Helferinnen und der belieferten Kliniken.

Dass da schnell einmal etwas „untergehen“ kann, ist kaum zu vermeiden. Wir versuchen unser Bestes, aber manchmal gelingt es einfach nicht.

Bitte seht es uns nach, wenn wir euch nicht mailen, sobald eure Pakete hier angekommen sind. Fragt gerne nach, wenn ihr euch nicht sicher seid. Ansonsten seht ihr die Bilder in regelmäßigen Abständen hier im Blog und könnt so überprüfen, ob eure Sachen dabei waren. 🙂

Vielen vielen Dank für Euer Verständnis und Eure unermüdliche Hilfe!